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ADS wir oft lediglich mit Hyperaktivität (als ADHS) in Verbindung gebracht. Damit wird man dieser Stoffwechselerscheinung, die bei weitem keine reine Kinderkrankheit ist, nicht gerecht.
Ein umfassenderer Überblick über die Erscheinungsformen des ADS beinhaltet auch alternative Diagnoseformen und Behandlungsstrategien.
Auf organischer Ebene ist ADS-SRS eine neurologische Stoffwechselerscheinung. Das bedeutet, dass den Nervenzellen wichtige Stoffe zum notwendigen Zeitpunkt nicht in der erforderlichen Menge zur Verfügung stehen. Die gängigste Theorie über diese Störung geht von einem Mangel des Neurotransmitters Dopamin im synaptischen Spalt aus. Durch diesen Mangel wird die Informationsverarbeitung des Gehirns störanfällig. Hierdurch steht dem betroffenen Menschen die Funktionsfähigkeit seines Gehirns nicht vollständig zur Verfügung. Das Gehirn kann dadurch "nicht konstant" alle Handlungsimpulse, Gedanken und Wünsche, die in der Psyche entstehen, regulieren sowie in geordnete Bahnen lenken und aufeinander abstimmen. Das kann sich z. B. in einem starken Bewegungsdrang - Hyperaktivität oder in seinem Gegenteil, verzögerten Bewegungsabläufen - Hypoaktivität, manifestieren.
Weitere Symptome sind eine nicht erklärbare innere Unruhe oder die Unfähigkeit, die Aufmerksamkeit zu steuern. Ebenso wirkt sich diese Einschränkung auf der emotionalen Ebene aus. Emotionen sind daher oft nicht Situationsangemessen. Daher passiert es häufig, dass die Betroffenen unangemessen auf die Gefühle anderer Menschen reagieren.
Die Charakteristik dieser Stoffwechselerscheinung zeigt sich in dem chaotischen Wechsel von stabiler Aufmerksamkeit und geistiger Abwesenheit. Dadurch verlieren die Betroffenen langfristig den Zugang zu sich selbst und ihre Orientierung im Leben. Vorhaben und spontane Ideen behindern sich gegenseitig und man bekommt seine Handlungsimpulse nicht von den eigentlichen Absichten getrennt. Diese Störung verhindert also, dass eigene realistische Bedürfnisse erkannt und erfüllt werden. In der Lebensgestaltung wirkt sich das sehr oft so aus, dass man in realitätsferne Fantasiewelten abgleitet und sich von sich selbst entfremdet.
Besonders Anschaulich kann man dieses Störungsbild daher als ein gestörtes Zusammenspiel zwischen der psychischen und organischen Ebene betrachten. Wenn diese beiden Ebenen nicht mehr stimmig miteinander reguliert werden, kommt die gesamte ADS-Symptomatik zu Vorschein.
Deshalb halte ich Selbstregulationsstörung für eine treffendere Bezeichnung dieses Störungsbildes als ADS. Die Bezeichnung SRS stellt den Steuerungsverlust des Selbst in den Vordergrund und spricht damit eine den ganzen Menschen einbeziehende Ursache für die ADS-Symptome aus. Dadurch werden auch die Folgen einer SRS nicht nur auf etwas Abstraktes wie "Aufmerksamkeit" oder einen technischen Begriff wie "Hyperaktivität" reduziert, sondern das Leben und Erleben des ganzen Menschen wird miteinbezogen.
Eine Selbstregulationsstörung unter dem Namen ADS als bloβes "Aufmerksamkeitsdefizit" zu behandeln ist verharmlosend und versperrt den Blick auf die Ganzheit des Klienten. Daher verwende ich den Begriff Selbstregulationsstörung - SRS als aussagekräftigere Alternative zur alten Bezeichnung.
Eine unbehandelte Selbstregulationsstörung besteht an ihren Grenzen aus Schulversagen, Messiedasein, Drogensucht, Obdachlosigkeit und Suizid.
Charakteristisch bei allen Betroffenen ist das Gefühl der ständigen Selbstentfremdung. ADS-Symptome wie Lese- und Rechtschreibschwäche, Stottern, Desorganisiertheit oder Koordinationsstörungen sind nur einige Beispiele von milderen Symptomen, die bei Vorliegen einer Selbstregulationsstörung gehäuft auftreten. Stark verkürzt kann gesagt werden, dass sämtliche Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen ein Hinweis auf das Vorliegen einer Selbstregulationsstörung sein können.