


Das ist ein Prozess, der nur in enger Zusammenarbeit mit den Kindern selbst und ihren Eltern wie auch Lehrern erfolgreich sein kann. Meine Erfahrung zeigt, dass Kinder oft nicht ihre optimale Dosis erhalten, weil sie nicht genügend in den Prozess der Dosisfindung miteinbezogen werden. Eltern trauen ihnen oft nicht zu, die Dosis zu finden, mit denen sie sich am wohlsten fühlen, und erwarten statt-
dessen von dem Arzt, diese aus dem Stehgreif zu bestimmen.
Auch kommt es häufig vor, das Väter durch ihre mangelnde Mitarbeit den Erfolg der Therapie gefährden.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Behauptung, Kinder würden mit Methylpheni-
dat ruhig gestellt, höchstwahrscheinlich hier ihre Ursache hat. Die Folgen von unbeabsichtigten Überdosierungen werden von den Eltern meistens als natürliche und beabsichtigte (!) Folge der Medikamenteneinnahme betrachtet. Daher wird den Ärzten in der Sprechstunde berichtet, das Medikament habe gut angeschlagen und nun sei alles in Ordnung. Damit geht die Möglichkeit zur Korrektur verloren, denn in der Sprechstunde verhalten sich Kinder oft gehemmt, so dass es für den Arzt sehr schwer ist, eine Überdosierung festzustellen. Im Alltag erhalten diese Kinder oft keine Hilfe, sondern werden nur besorgt betrachtet, weil allgemein vermutet wird, dass hinter der Notwendigkeit, sich so extrem medikamentös zu behindern eine wirklich schwere Störung stehen müsse.
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