

Nach meiner Erfahrung dauert eine Methylphenidat-Therapie ungefähr zwei bis drei Jahre. In den ersten acht Monaten bleibt in der Regel die benötigte Dosis relativ konstant. Danach geht sie abrupt nach unten und pendelt sich auf einem niedrig-
eren Niveau wieder ein. Dieser Übergang wird jedoch meistens nicht wahrgenom-
men, weshalb dann die Gefahr besteht, überdosiert zu sein und keinen Nutzen mehr von der Medikamenteneinnahme zu haben. Betroffene, die es geschafft haben, auf alle Dosisschwankungen sensibel zu reagieren, berichten von einer phasenweisen Senkung der benötigten Dosis bis zum vollständigen Absetzen nach ca. drei Jahren.
In dieser Phase ist es besonders wichtig, darauf vorbereitet zu sein, dass alle vorherigen Symptome erneut auftreten. Jedoch kann der Betroffene jetzt erfolgreich gegensteuern, wenn er während der Methylphenidat-Therapie konsequent an sich gearbeitet hat. Die jetzt gefestigten neuen Verhaltensweisen bleiben stabil. Das ist die Basis der eigentlichen Therapie der Selbstregulationsstörung, zu der der Betroffene nun selbst fähig ist.
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