

Auf dieser Seite fasse ich öfter gestellte Fragen, z. B. beim Coaching oder in Seminaren, zusammen und beantworte diese. Diese Seite wird ständig erweitert.
Was passiert während eines Coachings?
Was kostet ein Coaching?
Was ist das Konzept des SRcoachings?
Stimmt es, dass Methylphenidat Parkinson hervorruft?
Welche Langzeitfolgen hat Methylphenidat?
Reicht es denn nicht, wenn ich das Medikament nur ab und zu einnehme?
Stimmt es, dass viele Eltern ihre Kinder mit Ritalin dopen?
Wird das Medikament nicht zu oft missbraucht?
Darf ich meine eigene Dosis oder die Dosis meiner Kinder eigenmächtig ändern?
Wer diagnostiziert ADS?
Was ist denn der Unterschied zwischen ADS und SRS?
Ist ADS nicht eine Modediagnose?
Welche Menschen machen eine mph-Therapie?
Was passiert während eines SRcoachings?
Zuerst erkläre ich anhand wissenschaftlicher Modelle die Wirkweise des Medikamentes. Danach schildere ich meine persönlichen und die Erfahrungen anderer Klienten mit dem Medikament. Das hilft vorhandene Ängste dem Medikament gegenüber abzubauen.
Danach wird gemeinsam ein individuelles Coachingkonzept erstellt. Hierbei ist es sehr wichtig, auf die Wünsche und Belange des Klienten einzugehen, da nur dieser weiß, was er/sie vom Leben will.
Diese Konzepte beinhalten z. B. eine Neustrukturierung des Alltagslebens, da ein Problem von SRS-ADS die Unfähigkeit ist, seinen Alltag auf die eigenen Bedürfnisse hin zu strukturieren. Einige Klienten haben das Problem, ihren Alltag überhaupt zu strukturieren, andere wiederum strukturieren ihren Alltag so, dass keine Zeit für ihr "wirkliches" Leben bleibt.
Der Mindestsatz beträgt 100,- €. Ein Coaching dauert circa 30 Stunden und variert von Person zu Person von 10 bis 50 Stunden über einen Zeitraum von ca. einem Jahr.
Was ist das Konzept des SRcoachings?
SRcoaching ist die Beratung und Begleitung eines SRS-ADS-Betroffenen (Coachee), bis er/sie sich selbst coachen kann. Einen sehr großen Anteil dabei nimmt die Schulung der Selbstwahrnehmung zum Erkennen der eigenen Fähigkeiten und der eigenen emotionalen Belastbarkeit ein. Das unterstützt die Coachees bei der Planung und der Ausführung von alltäglichen Handlungen. Erfahrungsgemäß blockieren sich die Coachees selbst mit psychologischen Theorien, die sie über sich und ihre Störung erworben haben. Ein wichtiger Bestandteil des Coachings ist es daher, diese Theorien zu hinterfragen und auf ihre Alltagstauglichkeit hin zu überprüfen.
Stimmt es, dass Methylphenidat Parkinson hervorruft?
Nein. Es gibt sehr viele wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass es keinen Zusammenhang zwischen Methylphenidat und Parkinson gibt. In Deutschland entstand dieses Gerücht aus einer unwissenschaftlichen Interpretation einer Laborstudie mit Versuchstieren, von der sich die beteiligten Wissenschaftler klar distanzieren. Anschaulich verweist der Beitrag von Prof. med. Rothenberger solche wirren Behauptungen ins Land der Spekulationen. Solche Gerüchte werden entweder von Menschen, die gedankenlos alle "Informationen" für ihre Anti-Ritalineinstellung sammeln, weitererzählt oder von anderen Personen, die wirtschaftliches Interesse am Verkauf von "Wundermitteln" gegen ADS haben, in die Welt gesetzt. Meiner persönlichen Beobachtung nach kommen in Familien von SRS- ADS-Betroffenen öfter Fälle von Parkinsonerkrankungen vor. Jedoch hatten diese Erkrankten keine Methylphenidat-Therapie durchgeführt. Selbst Experten begreifen mittlerweile, dass mph Parkinson-Erkrankten Linderung verschafft, und nicht Parkinson verursacht. Gegen diese Erkenntnis wurde sich sehr lange gewehrt. Obwohl diese Einstellung viele Menschenleben gekostet hat, werden weiterhin intensiv Anti-Methylphenidat Kampagenen durchgeführt.
Welche Langzeitfolgen hat Methylphenidat?
Es sind keine Langzeitfolgen von Methylphenidat bekannt, auch nicht bei mehrjähriger Einnahme. Wissenschaftliche Langzeitstudien von Zeiträumen über 3 Jahre sind mir nicht bekannt. In den Vereinigten Staaten wird Methylphenidat seit ungefähr 50 Jahren angewandt. Das ist verglichen mit anderen Medikamenten, die als unbedenklich eingestuft werden, eine sehr lange Zeitspanne.
Meiner Meinung nach würde ein klarer Blick über den "großen Teich" sehr viele Forschungsgelder einsparen lassen und Menschen, die dieses Medikament dringend brauchen, nicht mehr verunsichern.
Die Langzeitfolgen einer unbehandelten SRS-ADS sind dagegen oft verheerend. Ganze Lebensschicksale von Menschen werden vernichtet. Auch in "leichten" Fällen werden die Betroffenen niemals erfahren, wer sie sind und welches "Lebenspotential" in ihnen steckt.
Reicht es denn nicht, wenn ich das Medikament nur ab und zu einnehme?
Nein. Stellen Sie sich vor, Sie leiden unter Wahnvorstellungen, z. B. dass Sie vom FBI verfolgt werden. Nur während Ihrer Arbeitszeit nehmen Sie ein Medikament ein und sind davon verschont. Hätten Sie in Ihrer Freizeit normale soziale Kontakte?
Im Ernst: SRS-ADS-Betroffene leiden darunter, ihr gesamtes Leben nicht organisieren zu können. Gerade in der Freizeit braucht man sein volles Potential, um sein Leben zu genießen und zu bewältigen. In einer durch die ADS-Symptome gestörten Erholungszeit können sich Therapierfolge nicht festigen und das Leben nicht verändern.
Stimmt es, dass viele Eltern ihr Kind mit Ritalin dopen?
Nein. Aufgrund der Wirkweise von Methylphenidat ist ein Doping ausgeschlossen. Entweder ich habe SRS-ADS oder ich habe es nicht. Methylphenidat kann nur bei Betroffenen helfen gewünschte Veränderungen herbeizuführen, da wie ich schon im Abschnitt Methylpenidt-Therapie erwähnt habe, nur eine optimale Einstellung sinnvoll ist. Bei einer Über- oder Unterdosierung treten verstärkt ADS-Symptome auf. Sollte eine Person von dieser Störung nicht betroffen sein, dann wäre diese praktisch überdosiert und hätte mit ADS-Symptomen zu kämpfen. Nicht sehr angenehm, wie ich auch bestätigen kann. Wie ja allgemein bekannt ist, nehmen Betroffene dieses Medikament auch zur Verbesserung ihrer sozialen Situation ein. Sollte eine Person unerwartetermaßen bei Einnahme des Medikamentes eine angenehme Wirkung verspüren, spricht nichts dagegen diese Wirkung für sich zu nutzen. Selbstregulationsstörungen kommen bekanntermaßen nicht nur bei "kaputten" oder ökonomisch schwachen Menschen vor, sondern in allen sozialen Schichten.
Sollte das Medikament nicht wirken, wird es auch nicht eingenommen.
Wird das Medikament nicht zu oft missbraucht?
Von einem Medikamentenmissbrauch spricht man, wenn ein Medikament zweckentfremdet und in schädigender Weise verwendet wird.
Man kann bereits dann von einem Missbrauch sprechen, wenn Medikamente mit erzieherischen Hintergedanken verabreicht werden. Da mit Medikamenten nur körperliche Funktionen behandelt werden können (auch das psychische Befinden gehört dazu), ist es nicht statthaft, mit der Therpie Ergebnisse zu bezwecken, die in die eigene Vorstellung von Pädagogik fallen.
Wenn der Erfolg einer Methylphenidat-Therapie nur an den Schulleistungen gemessen wird, wird dem Kind lediglich Leistungsorientierung und unreflektierte gesellschaftliche Funktionsfähigkeit als psychische Gesundheit verkauft.
Auch wenn das Medikament nur zur Schul- und Hausaufgabenzeit verabreicht wird, kann man von einem Missbrauch sprechen. Nur für eine Therapie des ganzen Menschen, der auch während der Erholungs- und Freizeit existiert, ist die sorgfältige Methylphenidatgabe ethisch vertretbar.
Der Wert eines gesunden und erfüllten Lebens wird dann nicht grob missachtet, wenn die Freizeit eines ADS-Betroffenen Kindes auch als therapiebedürftig angesehen wird, anstatt dass reine Leistungsorientierung und -fähigkeit als alleiniges Therapieziel gelten.
Mit jeder anderen Art der Verabreichung von Methylphenidat wird dem Kind suggeriert, dass "geistige" Gesundheit mit Leistungsvermögen gleichzusetzen ist. Solche "pädagogischen" Maßnahmen können bei beeinflussbaren Kindern gut anschlagen und sich wirklich in besserem Leistungsverhalten widerspiegeln, dennoch muss man von Medikamentenmissbrauch sprechen.
Der Missbrauch des Medikamentes lässt sich nur verhindern, wenn die Therapieziele den ganzen Menschen umfassen und das Kind sein Medikament den gesamten Tag über zur Verfügung hat. Nur dann kann es sein ganzes Leben so gestalten, wie es ihm am besten liegt, und nicht nur seine "Leistungszeit". Erst wenn Kinder die Möglichkeit haben, zu lernen, selbstbestimmt mit ihrer Psyche umzugehen, das bedeutet, wenn sie frei darüber verfügen können, welche Lebensbereiche ihnen aktuell wichtig sind und ihr Medikament den ganzen Tag über zur Verfügung haben, ist die Gefahr für Medikamentenmissbrauch seitens der Eltern ausgeschlossen.
Erfahrungsgemäß können auch bereits sechsjährige so verantwortungsbewusst mit ihrer Psyche umgehen, dass sie sehr genau merken, wenn sie von dem Medikament eher behindert werden als davon zu profitieren. Medikamentenmissbrauch ist eher ein Ereignis der Erwachsenenwelt und von Kindern in einer ihnen gemäßen Umwelt nicht zu erwarten.
Darf ich meine eigene Dosis oder die Dosis meiner Kinder eigenmächtig ändern?
An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Behauptung, Kinder würden mit Methylphenidat "ruhig gestellt", höchstwahrscheinlich ihre Ursache darin hat, dass kein Bewusstsein darüber besteht, dass mit der Dosis sorgfältig umgegangen werden muss. Die Folgen von unbeabsichtigten Überdosierungen werden von den Eltern meistens als natürliche und beabsichtigte (!) Folge der Medikamenteneinnahme interpretiert. Daher wird den Ärzten in der Sprechstunde berichtet, das Medikament habe gut angeschlagen und nun sei alles in Ordnung. Damit geht die Möglichkeit zur Korrektur verloren, denn in der Sprechstunde verhalten sich Kinder oft gehemmt, so dass es für den Arzt sehr schwer ist, eine Überdosierung festzustellen. Im Alltag erhalten diese Kinder oft keine Hilfe, sondern werden nur besorgt betrachtet weil allgemein vermutet wird, dass hinter der Notwendigkeit, sich so extrem medikamentös zu behindern eine wirklich schwere Störung stehen müsse. Auch das Gegenteil tritt zu häufig auf - die Kinder werden unterdosiert, es treten keine Veränderungen ein und daraufhin wird die Therapie zum Nachteil des Kindes abgebrochen. Daher ist es sehr zu empfehlen, das Herantasten an die optimale Dosis mit dem Arzt abzusprechen, er wird sicher nichts dagegen haben. Oft ist eine begleitende Beratung notwendig, um Dosisschwankungen erkennen zu können.
Ärzte haben in der Regel keine Zeit, um SRS-ADS nach allen Regeln der "Kunst" zu diagnostizieren und arbeiten deshalb manchmal mit Psychologen zusammen. Diese Ärzte sind der erste Ansprechpartner, wenn man das Medikament braucht. Ansonsten sind Psychiater dafür zuständig.
Natürlich können auch Psychologen und sogar die Betroffenen selbst, wenn sie geschult sind, SRS-ADS diagnostizieren. Nur helfen diese Diagnosen nichts, da man das Medikament braucht, um sich zu therapieren. Deshalb ist die medizinische Diagnose die wichtigste, selbst wenn sie im Einzelfall nicht so gründlich durchgeführt wurde. Deshalb soll hier an die Selbstverantwortung der Betroffenen appelliert werden. Sie sollten sich selbst intensiv mit fachlicher Hilfe über die eigene Betroffenheit vergewissern, und schnelle Arztdiagnosen nicht als unglaubwürdig verwerfen, sondern als Notwendigkeit betrachten, um die Möglichkeit einer medikamentösen Therapie zu erhalten.
Was ist denn der Unterschied zwischen ADS und SRS (Selbstregualtionsstörung)?
Bei dieser Differenzierung geht es um ein ganzheitliche Sichtweise des Menschen. Die Bezeichnung ADS verleitet dazu, die Behandlung nur auf die sichtbaren Symptome zu reduzieren. Dadurch wird die Bearbeitung der Probleme, die sich bis ins soziale Leben auswirken, vernachlässigt. So wird bei der Diagnose und Behandlung einer ADS bei Kindern z. B. hauptsächlich der Schulalltag analysiert, aber nicht deren Lebens- und Freizeitgestaltung.
Bei der Behandlung einer Selbstregulationsstörung hingegen steht das gesamte Leben im Vordergrund. ADS-Kinder können sehr wohl gute Schulergebnisse haben, wenn sie z. B. begabt sind oder Interesse für den Lehrstoff haben und hyperfokussieren. Die Selbstregualtionsstörung aber sollte trotzdem erkannt und bearbeitet werden. Sie wirkt sich nicht nur auf der Aufmerksamkeitsebene aus, sondern auch auf der emotionalen. Ohne eine Behandlung sind auch diese Betroffenen trotz guter Leistungsergebnisse mit ihrem Leben unglücklich und über- oder unterfordert, da sie ihre Gefühle nicht einordnen können.
Ist ADS nicht eine Modediagnose?
Wenn ja, dann eine unterdiagnostizierte. ADS-Diagnosen machen viele Menschen skeptisch, weil sie oft in kurzer Zeit abgeschlossen werden. Allerdings ist eine zu schnell abgeschlossene Diagnose weniger deshalb schädlich, weil das Medikament unnötig eingenommen werden könnte, da in solch einem Fall die Behandlung nach wenigen Tagen abgebrochen wird, sondern weil der Betroffene sich nicht wohlfühlt. Die eigentliche Problematik bei einer vorschnell durchgeführten Diagnose liegt darin, das sie dazu verleitet, das Nachdenken über das Wesen der Störung einzustellen. Hinzu kommt, dass das Verschwinden der sichtbaren Symptome nach Beginn der Medikamenteneinnahme zu einer sehr reduzierten Wahrnehmung der Krankheit führt. Dem eigentlichen Symptom einer Selbstregulationsstörung, nämlich der Entfremdung von sich selbst, wird dann keine Aufmerksamkeit mehr gegeben. Die Diagnose muss daher auf die ersten Wochen der Medikamenteneinnahme verlängert werden. In dieser Zeit werden dem Betroffenen seine alten Verhaltensmuster viel bewusster und können damit gezielt in die Diagnose einbezogen werden. Nur auf der Basis dieser neuen Selbstreflexionsfähigkeit kann ein erfolgversprechendes individuelles Coaching-Konzept entwickelt werden.
Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Menschen ihre psychische Situation verbessern wollen. Auf dieser Basis ist die Psychologie entstanden und entwickelt sie sich weiter.
Welche Menschen machen eine mph-Therapie?
Erwachsene, die den starken Wunsch verspüren ihr Leben zu verändern. Ebenfalls ist mir aufgefallen, dass sehr oft Menschen mit starken Verantwortungsgefühl für andere Menschen, hauptsächlich Mütter, diesen Weg gehen.
Kindern müssen für sich selbst einen Nutzen erfahren, sonst nehmen sie das Medikament nicht ein.