


Unter dem Gesichtspunkt der Informationsverarbeitung wird davon ausgegangen, dass bei ADS das Verarbeiten oder Filtern von Reizen aus der Umwelt gestört ist. Solch eine Störung wirkt sich als Anhäufung von menschlichen Fehlverhaltens-
weisen aus.
Auffällige Merkmale dafür sind inneres und äußeres Getriebensein, hohe Ablenk-
barkeit, unbeständige Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen, niedrige Frustrationstoleranz, extreme Leistungsschwankungen, körperliche und emotionale Gefühlsextreme, Gier nach starken Reizen und Schwierigkeiten mit zwischen-
menschlichen Grenzen und sozialen Regeln.
Alle diese Symptome kann man verschieden stark ausgeprägt nahezu überall in der Gesellschaft finden. Stress und emotionale Belastungen, mögliche Ursachen hierfür, sind nahezu allgegenwärtig. Erst die Anhäufung und Intensität dieser Symptome über das unter den jeweiligen Lebensumständen zu erwartende Maß hinaus, können als Indiz für eine Selbstregulationsstörung angenommen werden. Da aber die Lebensumstände bei keinen zwei Menschen genau gleich sind, gibt es kein einheitliches Maß, an dem man sich orientieren könnte. Oft fließt in die Bewertung des Störungsbildes der Symptome sogar der soziale Status der betreffenden Person mit ein.
Da man es bei einer Selbstregulationsstörung mit der ganzen Bandbreite menschlicher Fehlverhaltensweisen und Fehlfunktionen zu tun hat, ist es aufwendig, sie diagnostisch von anderen psychologischen Krankheitskonstrukten zu trennen. Ebenfalls fällt es sehr schwer und ist allerdings auch nicht angebracht, ein einheitliches Krankheitsbild dafür zu entwerfen.
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