Diagnose


Zur Zeit werden überwiegend Fragebögen zum Verhalten in der Kindheit sowie zur aktuellen Konzentrationsfähigkeit, Stimmungsschwankungen und zur Bewältigung von Alltagsproblemen angewandt.

Trotz aller diagnostischen Schwierigkeiten wird ADS schon lange erfolgreich medikamentös behandelt. Das gibt Betroffenen nach einer erfolgten Diagnose nicht nur die Gewissheit, dass ihre Ahnung sie nicht getäuscht hat, sondern auch die Sicherheit, dass ihre Störung behandelbar ist.
Eine zu schnell abgeschlossene ADS-Diagnose verleitet allerdings dazu, das Nachdenken über das Wesen der Störung einzustellen. Hinzu kommt, dass das Verschwinden der sichtbaren Symptome nach Beginn der Medikamenteneinnahme zu einer sehr reduzierten Wahrnehmung der Krankheit führt.
Der eigentlichen Folge einer Selbstregulationsstörung, der erwähnten Entfremdung von sich selbst, wird dann keine Aufmerksamkeit mehr gegeben. Besonders Erwachsene benötigen Unterstützung, wenn sie erfahren, dass ihr Selbstbild, in dem sie sich schon lange eingerichtet haben, von ihrer SRS geprägt war.
Da Kinder in ihrer Entwicklung noch groβe Schritte machen, fällt es ihnen dagegen sehr leicht, Veränderungen an sich zuzulassen.
In der Regel stellt sich während der ersten acht bis zehn Wochen der Medika-
menteneinnahme heraus, ob der Betroffene wirklich Interesse daran hat, seine eingeschliffenen Verhaltensmuster erfolgreich zu verändern.

Die Diagnose sollte daher auf diese ersten Wochen der Medikamenteneinnahme verlängert werden. In dieser Zeit werden dem Betroffenen seine alten Verhaltens-
muster viel bewusster und können damit gezielt in die Diagnose einbezogen werden. Nur auf der Basis dieser neuen Selbstreflexionsfähigkeit kann ein erfolg-
versprechendes individuelles Therapie-Konzept entwickelt werden.  Pfeil Mehr